Die wehrhaften Franzosen halten weiter stand. Amazon muss Schutzmaßnahmen nachbessern. AirBnB macht es offensiv und gibt Reinigungsprotokolle heraus. Wenn nicht nur Reisen sondern jegliche Art des Handelns eine Zukunft während Corona haben will, dann müssen Maßnahmen zum Schutz der Gäste, Kunden und Mitarbeiter verantwortungsbewusst und glaubwürdig umgesetzt werden.

//// HANDEL NATIONAL
Fielmann verliert
Seit Mitte März sind die Filialen von Fielmann geschlossen, der Umsatz seither um mehr als 80% eingebrochen, meldet fashionunited. Die Corona-Krise hat im ersten Quartal den Absatz um 14,4% auf 1,7 Millionen Brillen gesenkt. Entsprechend der vorläufigen Zahlen schrumpfte der Umsatz um 4,4 Prozent auf 355,3 Millionen Euro und erbrachte einen Quartalsgewinn von 11,8 Millionen Euro. Der vollständige Quartalsbericht erscheint am 29. April.

Geld zurück bei abgesagten Veranstaltungen
Eventim verweigert die Erstattung von Konzertkarten, die aufgrund der Coronakrise abgesagt werden müssen, berichtet onlinehaendlernews. Begründung: Die Tickets seien weiterhin gültig. Diese Haltung brachte dem Unternehmen nun eine Abmahnung durch die Verbraucherzentrale ein und darf sich auf reichlich Post einstellen, denn ein Muster-Schreiben für empörte Konzertkartenbesitzer hat die Verbraucherzentrale parat.

Corona-Krise zeigt der Logistik neue Wege
Die Corona-Krise stellt die Logistik vor große Herausforderungen. Im Lager und auf der Straße zeigt die Branche Flexibilität und testet neue Lösungen. Doch es gibt immer noch Bremsklötze. Welche Probleme stehen bevor? Welche Lösungen sind jetzt und in Zukunft gefragt. Der Business Guide „Neue Wege der Logistik“ zeigt branchenübergreifend auf über 50 Seiten, was die Branche und Business-Kunden tun können, um die Supply Chain in Krisenzeiten zu sichern – und künftig flotter zu machen.



Wirecard schweigt
Bis gestern sollte Wirecard einen Bericht der Wirtschaftsprüfer von KPMG vorlegen. Pikanterweiser bereits zum dritten Mal verpasste Wirecard die Frist – dieses Mal ohne einen Grund zu nennen, berichtet das Handelsblatt. Der Bericht soll Klarheit schaffen und das Unternehmen von den schwerwiegenden Vorwürfen rund um Bilanzmanipulation, Geldwäsche und Betrug entlasten.

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HANDEL INTERNATIONAL
Identitäts-Check per Video
Ursprünglich wollte Amazon die Identität der Verkäufer persönlich überprüfen, um die Betrugsrate zu senken. Man fragt sich automatisch, wie genau das bewältigt werden sollte? Aber Corona und das Social distanzing bringen nun Videokonferenzen auf den Plan. Das neue Verfahren läuft gerade in USA, Großbritannien, China und Japan an, meldet TechCrunch. Die ersten 1000 Verkäufer haben gerade die Anmeldung eines Verkaufskontos darüber getestet. Um die Verkäufer zu überprüfen, führt das Amazon-Team eine Videoanfrage durch und überprüft dann, ob die ID der Person und die Dokumente, die sie mit ihrem Antrag mitgeschickt haben übereinstimmen. Die Amazon-Mitarbeiter stützen sich zur zusätzlichen Überprüfung auch auf Datenquellen Dritter.


UPS beliefert Rentner per Drohnen

UPS will ab dem 4. Mai rezeptpflichtige Medikamente an die Bewohner der Villages zustellen, berichtet thenextweb. Die Rentnergemeinde The Villages in Florida hat mehr als 1350.000 Einwohner. Allerdings liefern die Drohnen das Paket nur in die Nähe der Häuser, ein UPS-Fahrzeug wird dann die Lieferung an die Haustür übernehmen. Damit soll während des Lockdowns die Versorgung mit Medikamenten von älteren Personen sichergestellt werden. Nebenbei ist es eine hilfreiche Erfahrung für den UPS Drohnen Lieferservice, denn die Wettbewerber FedEx, Alphabeth und Amazon sind schon unterwegs.

Amazon bleibt geschlossen
Eigentlich sollte die Schließung nur ein paar Tage dauern. Jetzt weitet sich die Beziehung zwischen Amazon und Frankreich zu einer echten Krise aus. Aktuell darf Amazon in Frankreich lediglich Bestellungen bestimmter Artikel entgegennehmen, hat vergangenen Freitag ein Berufungsgericht entschieden, berichtet das Handelsblatt. Die Auflagen gelten bis der Konzern seine Schutzmaßnahmen an den Standorten verbessert hat. Nun hat Amazon seinerseits verkündet, die Standorte in Frankreich bis 5. Mai geschlossen zu halten.
Währenddessen hat die Aktie von Amazon tatsächlich leicht verloren. Käufer zahlen gegenwärtig 2.378,05 US-Dollar für das Papier. Es verbilligte sich um 32,17 US-Dollar. Aber zur Erinnerung – das bisherige Allzeittief der Aktie lag im Jahr 2010 bei 105,80 US-Dollar.

Die Zukunft des Reisens
Ab Mai wird AirBnb ein neues Reinigungsprotokoll einführen inklusive einer 24-stündigen Wartezeit bis neue Gäste einziehen. Hintergrund sind Empfehlungen des US Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die unter anderem als Vorsichtsmaßnahme eine 24-stündige Karenz für Räume vorsieht, um möglichen Coronaviren keine Überlebenschance zu geben. Wer sich nicht diesem neuen Reinigungsprotokoll verpflichten will, dessen Unterkunft wird zwischen zwei Buchungen automatisch 72 Stunden blockiert.

Corona im Überblick
Jetzt geht's raus aus dem Zwangspausenmodus: Das neueste Corona-Dossier beschäftigt sich daher mit den Plänen und Programmen, die Händler und Industrie zur Rückkehr in die Normalität ergreifen. Mit den Nachrichten, Berichte und Analysen aus Handel, Gastronomie, Touristik und Modewelt, aus der Lebensmittelbranche, Finanzwelt sowie aus der Logistik von etailment bereiten Sie sich auf die Veränderungen in der Wirtschaft vor und rüsten sich für den Restart.

Business Guide

49 Seiten Ratgeber „Kommunikation in der Krise“: Gute Ideen mit kleinem Budget


//// TECH & TRENDS
Whats App begrenzt Weiterleitung
Wer per Whats App Nachrichten weiterleiten will, muss sich gut überlegen, wer in der Gunst ganz oben steht. Denn der Messengerdienst hat die Zahl der Weiterleitungen auf genau eine begrenzt. Damit soll die Flut an Missinformation eingedämmt werden. Deshalb hat Whats App die sogenannten "highly forwarded messages" im Visier, also solche Nachrichten, die mehr als fünfmal weitergereicht werden. Die seien 14 Tage nach der Einführung der neuen Regelung um 70% zurückgegangen.

Algorithmen müssen dazulernen
Prognosetools schwächeln. Sie sind nicht gemacht für Ausnahmesituationen wie die Coronakrise, berichtet The Verge. Die Algorithmen, die große Unternehmen wie Walmart zur Verwaltung ihrer Lieferketten verwenden, funktionieren bei Pandemien nicht. Hatten sie vor Corona verlässlich notwendige Lagerbestände vorausgesagt, ändern sich die Empfehlungen jetzt häufig. Das liegt in der Logik der Technik, die Daten aus der Vergangenheit nutzt und daraus Verhalten in der Zukunft prognostiziert. "COVID-19 ist einfach ein totaler Ausreisser", sagt Joel Beal, der Mitbegründer des Konsumgüteranalyse-Unternehmens Alloy. "Kein Modell kann das vorhersagen." Auch Unternehmen wie Walmart und Amazon, die komplexere Modelle des maschinellen Lernens verwenden, werden nicht gewohnt genaue Voraussagen treffen können.

Die Zahl des Tages
Auch in Deutschland wurde noch nie wurde so viel kontaktlos bezahlt, wie in diesen Tagen. Und dennoch: Bürger horten Bargeld. Entsprechend einer Studie der Beratungsfirma Barkow Consulting stieg jetzt der Umlauf von Scheinen und Münzen im Euroraum im März um fast 100 Milliarden Euro oder 8 Prozent, berichtet Focus.

Favorit der Leser:
Der Online-Einzelhandelsmarkt in Polen verzeichnete in den vergangenen beiden Jahren zweistellige Zuwachsraten. Ein spannender Markt, mit vergleichsweise einfachen Zugangsmöglichkeiten, beschreibt Autor Wolfgang Borgfeld.