Dieses Jahr ist das Jahr der Tränen, doch 2021 geht es aufwärts. Sagen die Wirtschaftsexperten des Ifo-Instituts. Ob diese Prognose vielen Händlern hilft, ist fraglich. Selbst viele Kunden sorgen sich mittlerweile um die Zukunft der stationären Geschäfte.

//// HANDEL& POLITIK
Intersport hilft den Helfern
Für Sportartikelhändler wird 2020 ein desaströses Jahr. Wintersport fiel wegen des zu warmen Wetters aus. Und das Corona-Virus hat den Sportbetrieb lahmgelegt, bis hinunter in den Fußball-Kreisligen, zudem sind alleLäden geschlossen. Intersport will sich trotzdem bemerkbar machen, dafür geht die Verbundgruppe mit der Kampagne "Keep the world running" an die Öffentlichkeit. Unter diesem Motto werden kostenlos Sportschuhe an Berufsgruppen verteilt, die derzeit im weiteren Sinne auch sportliche Höchstleistungen verteilen, wie Pflegekräfte, Supermarktmitarbiter und Krankenhauspersonal. Diese Menschen werden mit Sportschuhen ausgestattet. Erst einmal lässt die Verbundgruppe für Sportartikelhändler nach den Osterferien in Hamburg 600 Paar Schuhe an ausgewählte Einrichtungen verteilen, danach wird die Aktion auf ganz Deutschland ausgeweitet. Welche Art von Schuhen das sind, ob es sich etwa um teure Markenmodelle oder günstig Exemplare der Intersport-Eigenmarke handelt, teilt die Verbundgruppe nicht mit.

Kunden sorgen sich um den Einzelhandel
Nicht nur die Einzelhandelsbranche befürchtet, dass viele Unternehmen die Corona-Krise nicht überleben werden. Auch die Konsumenten sind besorgt, dass die Handelslandschaft stark verändert wird, heißt es im "Corona Consumer Check" des Instituts für Handelsforschung. 59% der befragten Konsumenten haben demnach die Befürchtung, dass stationäre Geschäfte die Krise nicht überleben werden. Bei Onlineshops sind die Befragten positiver gestimmt: Nur 11% sind hier der Meinung, dass Onlineshops aufgrund der Krise aufgeben müssen. 58% der Befragten hingegen glauben, dass Onlineshops die Krise überleben werden.

Business Guide

49 Seiten Ratgeber „Kommunikation in der Krise“: Gute Ideen mit kleinem Budget

//// Finanzen
Stärkere Überprüfung bei Firmenübernahmen
Die Bundesregierung hat heute Änderungen für eine stärkere Überprüfung von Firmenübernahmen durch Investoren aus dem Nicht-EU-Ausland auf den Weg gebracht. Damit soll eine Übernahme erschwert werden. Der Gesetzentwurf sieht eine deutlich strengere Investitionsprüfung bei kritischen Unternehmenserwerben vor, die beispielsweise die Infrastruktur betreffen.

Geld für europäische Expansion
Die Europäische Kommission und der Europäische Investitionsfonds (EIF) lancieren ESCALAR (European Scale-Up Action for Risk Capital). Darüber sollen Unternehmenm die sich in Europa vergrößern wollen mit Risikokapital und Wachstumsfinanzierung unterstützt werden.

Mit Karte, bitte!

Auch wenn Corona-Viren sich über Oberflächen wie Pakete, Einkaufswagen oder Bargeld wenig übertragen lassen, ist die Botschaft dieser Tage: Kontakte reduzieren. Kunden, die mit Karte bezahlt, vermeiden somit den direkten Austausch mit dem Kassenpersonal über Papiergeld oder Münzen. Die Girocard Initiative "mit Karte bitte" stellt Händlern Infomaterial inklusive Vorlagen für Aushänge zur Verfügung.

© istockphoto/Color_life
E-Paper

Gute Leute für die Zeit danach - Spezial Personal in Der Handel

Fördermittel für Beratung
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) können sich beraten lassen, um die Auswirkungen der Coronakrise zu bewältigen. Das wird vom  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Antragsberechtigte haben die Möglichkeit Beratungsförderung bis zu einem Wert von 4.000 Euro zu beantragen. Sie müssen keinen Eigenanteil tragen.

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Spezial-Dossier

Die Corona-Krise 5 – Jetzt herunterladen

2021 gehts aufwärts
Die gute Nachricht zuerst: Laut Ifo-Institut prognostizieren führende Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten eine Erholung und Wachstum der Wirtschaft im kommenden Jahr um 5,8 Prozent. In diesem Jahr allerdings, wird die Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent schrumpfen. Für das zweite Quartal 2020 erwarten sie in Folge des Shutdowns einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um 9,8 Prozent. Dies ist der stärkste je seit Beginn der Vierteljahresrechnung im Jahr 1970 gemessene Rückgang in Deutschland und mehr als doppelt so groß wie jener während der Weltfinanzkrise im ersten Quartal 2009. Es ist keine Überraschung, dass der März zu einem Absturz des Geschäftsklimas führte. Entsprechend des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers jedoch nimmt er mit minus 20 Zähler auf minus 19,2 Saldenpunkte historische Ausmaße an. Die Geschäftserwartungen sind mit minus 35,3 Saldenpunkte schlagartig auf das Niveau des bisherigen Allzeittiefs vom Dezember 2008 (minus 35,7) gesunken.

//// INTERNATIONAL
Die chinesische Kurzvideo-App Tiktok setzt ihren Höhenflug fort. Die App wurde im ersten Quartal 2020 in den Stores von Google und Apple am häufigsten heruntergeladen, wie die Analysefirma App-Annie erfasste. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Whatsapp und Facebook.
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