Zum "Neuen Normal" wird auf unabsehbare Zeit gehören, dass alle Aktivitäten darauf überprüft werden, ob sie im Einklang mit den Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus stehen. Der Hoffnung auf ein Zurück zum gewohnten Verhalten vor Corona und dem damit verbundenen Geschäftsgebaren versetzt das HDE-Konsumbarometer einen Dämpfer – so schnell wie gedacht, wird es dazu nicht kommen. Und wir haben gerade erst August. Also gilt es, die neuen Umstände bestmöglich zu gestalten.

///// HANDEL NATIONAL

Müllvermeidung im Ecommerce: Avocadostore, Otto und Tchibo testen Mehrwegversandtaschen
Jährlich werden in Deutschland etwa 800.000 Tonnen Versandverpackungen aus Papier, Pappe, Karton oder Kunststoff verbraucht. Die Versandhändler Tchibo, Otto und Avocadostore haben jetz angekündigt, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes „PraxPack“ RePack-Mehrwegversandtaschen in der Praxis zu testen. Die Versandtasche besteht aus recyceltem Kunststoff, kann vom Kunden auf Briefgröße zusammengefaltet und über die Post frei zurückgesendet werden. Dadurch ist sie mindestens 20 Mal im Umlauf. Tchibo plant, ab Ende August rund 7.500 Einwegversandtüten durch die RePack-Mehrwegtaschen zu ersetzen. Bei Otto können Kunden die Tüte den Hermes-Zustellern oder in einem der rund 16.000 Hermes PaketShops abgeben.

Nach historischem Absinken der Verbraucherstimmung steigt das HDE-Konsumbarometer weiter langsam an
Wie schon in den vergangenen Monaten bleibt die Verbraucherstimmung auch im August nach dem starken Einbruch zu Beginn der Coronakrise auf Erholungskurs. Allerdings verlangsamt sich das Tempo des Anstiegs im Vergleich zum Vormonat, so der Handelsverband Deutschland HDE. Insgesamt liege das HDE-Konsumbarometer noch immer deutlich unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Das HDE-Konsumbarometer bildet die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten ab, nicht das aktuelle Verbraucherverhalten. Der HDE geht davon aus, dass die Rückkehr der Wirtschaft und des Konsums auf das Vorkrisenniveau mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als zunächst vielerorts erwartet wurde.

Strategische Lösungen für den Handel in Zeiten von Corona und der digitalen Disruption: Zukäufe und Kooperationen
Viele Händler stehen vor einem Scheideweg: Die Corona-Krise hat die digitale Disruption beschleunigt. Doch wie können sich Händler auf die neue Situation einstellen? Christian Saxenhammer skizziert in seinem Gastbeitrag für etailment, welche Maßnahmen geeignet sind, den Weg zum Erfolg im Ecommerce zu ebnen. Neben Zukäufen könnten dies nicht zuletzt auch Kooperationen mit bereits erfolgreich im Markt agierenden Unternehmen sein.

Ehemaliger Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer übernimmt Vorsitz des Aufsichtsrates der Ludwig Beck AG
Der Münchener Einzelhändler Ludwig Beck AG hat seit einigen Tagen einen prominenten Aufsichtsratschef: Wie Fashion United berichtet, wählte das Kontrollgremium des Unternehmens im Anschluss an die virtuelle Jahreshauptversammlung vorige Woche Bruno Sälzer einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Der 63-Jährige hat in seiner langen Karriere unter anderem Bekleidungsanbieter wie Hugo Boss, Escada und Bench geleitet.

Teuerste Einkaufsmeilen: München vor Berlin, Frankfurt und Düsseldorf
Als Folge der Corona-Pandemie ist der Einzehlhandel unter Druck geraten. Gerade in den Metropolen stehen hierbei oft hohe Mieten in der Kritik, die den Händlern angesichts weggebrochener Einnahmen Probleme bereiten. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland schreibt, belegen die Einkaufsmeilen rund um den Marienplatz und die Kaufinger Straße in München (360 Euro pro Quadratmeter), die Tauentzienstraße in Berlin, die Zeil in Frankfurt sowie die Düsseldorfer Königsallee (290 Euro pro Quadratmeter) die Spitzenplätze. Im bundesweiten Durchschnitt liege die Miete pro Quadratmeter bei 110 Euro.

///// HANDEL INTERNATIONAL

Druck auf Amazon wächst: Neue kartellrechtliche Untersuchungen in New York und Kalifornien
Die Federal Trade Commission und Generalstaatsanwälte aus New York und Kalifornien haben eine neue kartellrechtliche Untersuchung des Online-Marktplatzes von Amazon eingeleitet, berichtet Business Insider unter Berufung auf Bloomberg. Demnach werden die Behörden ihre Untersuchung koordinieren; geplant sei, in den nächsten Wochen Zeugen zu befragen. Amazon ist in den vergangenen Monaten wegen potenziell wettbewerbswidrigen Verhaltens unter Beschuss geraten, nachdem berichtet wurde, dass das Unternehmen heimlich seine Daten über Drittverkäufer und Startups verwendet habe, um konkurrierende Produkte auf den Markt zu bringen. Zu dieser Frage und der Behandlung von Verkäufern durch Amazon war Jeff Bezos vorige Woche in einer von BI als "historisch" bezeichneten Anhörung über die wachsende Macht der Technologieindustrie in die Mangel genommen worden.

Zahl der Konkurse im US-Einzelhandel steuert auf höchsten Stand seit zehn Jahren zu
Die Coronavirus-Pandemie belastet die US-Wirtschaft und hier insbesondere den Handel: Die Zahl der Konkurse im Einzelhandel könnte 2020 den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt erreichen. Am Sonntag meldeten Le Tote, Eigentümer von Lord & Taylor, und Tailored Brands, Muttergesellschaft von Men's Wearhouse, Konkurs an. Damit sei die Gesamtzahl der Insolvenzanmeldungen großer Einzelhandelsunternehmen in diesem Jahr auf 43 gestiegen, berichtet CNBC.com unter Berufung auf Statistiken von S&P Global Market Intelligence. Darunter seien allerdings viele Unternehmen, die vor der Pandemie verschuldet waren oder bereits Schwierigkeiten hatten, ihre Kunden zu erreichen.

BI-Prognose: Walmart und Instacart werden sich an die Spitze des Online-Lebensmittelhandels in den USA setzen
Vor der Coronavirus-Pandemie fristete der Online-Lebensmittelhandel ein Nischendasein. Doch mit dem Lockdown und dem anhaltenden Bedarf an lebensnotwendigen Gütern wurden in den USA Online-Lebensmittellieferdienste von Unternehmen wie Walmart, Amazon, Target und Instacart unentbehrlich. Business Insider (BI) hat untersucht, welche Unternehmen am Besten aufgestellt sind, als Gewinner aus der Krise zu kommen. Entscheidend, so BI, sei die Fähigkeit der Händler, während der gesamten Pandemie so viele Bestellungen wie möglich über eine Vielzahl von Kanälen auszuführen. Hierfür seien Walmart und Instacart am besten positioniert: Für Walmart spreche das große Netz stationärer Läden, für Instacart die große Reichweite seiner Plattform. Der Bericht über den US-amerikanische Online-Lebensmittelhandel vor der Coronavirus-Pandemie, die Erfolgsfaktoren sowie Hindernisse wird über den BI Research Store vertrieben.

///// TRENDS & TECH

Was Webshops von TikTok lernen können
Kein Social Network wächst derzeit so stark wie TikTok. Doch worin liegt der Erfolg begründet? Was genau macht die umstrittene Plattform, die demnächst vielleicht zu Microsoft gehört, anders? Felix Schirl, Geschäftsführer und CEO von Trbo, hat sich auf Spurensuche begegeben. In seinem Gastbeitrag für Horizont online erklärt er, was sich Anbieter von Online-Shops von der ByteDance-Tochter abschauen können. Ganz vorne steht die Analyse des Nutzerverhaltens: Der TikTok-Algorithmus spielt immer wieder neue Videos aus, die zu den Vorlieben und Präferenzen seiner Nutzer passen. Der Trick ist nicht neu, wird aber offenbar gerade perfektioniert. 

Apple stellt Weichen, iPhone zu mobilem Bezahlterminal aufzurüsten
Apple hat das kanadische Start-up Mobeewave übernommen, das eine Technologie zum Empfangen von Geldtransaktionen auf dem Smartphone entwickelt hat. Wie InternetWorld berichtet, können Smartphones mit der von Mobeewave entwickelten Payment-Technologie Geld empfangen und mit Kreditkarte senden – ganz ohne zusätzliche Hardware. So könnten in Zukunft iPhones mobile Bezahlterminals werden – und Apple zu einem Wettbewerber der von Twitter-Chef Jack Dorsey gegründeten Firma Square Inc. machen, die ebenfalls Kreditkartenzahlungen über Smartphones ermöglicht, hierfür allerdings ein Kartenlesegerät benötigt. 

Corona regt Tech-Phantasien an: H&M stellt Jeans-Jacke vor, die virtuelle Berührungen ermöglicht
H&M will auch in Zeiten physischer Distanz Berührungen ermöglichen – wenn auch nur virtuell, schreibt InternetWorld.de: Der Fashion-Händler habe eine Kollektion mit Wearable Tech gelauncht. Das erste Produkt sei eine klassische Jeansjacke, die Sensoren beinhalte, über die man sich per App verbinden könne. In den Schulterpartien der Jacke seien dafür flexible Sensoren und taktile Elemente eingearbeitet. Via Bluetooth ließen sich diese Sensoren mit der "wearable love App" verbinden. So könnten Signale als Berührung auf die Jacke übertragen werden.